Art Director: Aufgaben, Beispiel und Beauftragung
KURZ GESAGT
Ein Art Director legt die gestalterische Richtung eines Projekts fest und überprüft ihre Umsetzung in den vereinbarten Medien. Zur Beauftragung gehören deshalb Entscheidungen und Freigaben, nicht nur die Erstellung einzelner Dateien.
Ein Art Director entscheidet, wie eine Marke aussieht, und sorgt dafür, dass alles, was veröffentlicht wird, zu dieser Entscheidung passt. In der Praxis macht das oft den Unterschied zwischen einer Marke, die man wiedererkennt, und einer Sammlung einzelner, gut gemachter Motive.
Ein Art Director legt die gestalterische Richtung eines Projekts fest und überprüft ihre Umsetzung in den vereinbarten Medien. Zur Beauftragung gehören deshalb Entscheidungen und Freigaben, nicht nur die Erstellung einzelner Dateien.
Die Aufgaben im Überblick
| Aufgabe | Was dabei entsteht |
|---|---|
| Visuelle Linie festlegen | Stimmung, Farben, Bildaufbau, Typografie |
| Briefings schreiben | Vorgaben für Fotografie, Film, Illustration und Layout |
| Fotoaufnahmen vorbereiten | Referenzsammlung, Aufnahmeliste, Requisiten, Abstimmung mit dem Fotografen |
| Umsetzung begleiten | Auswahl der Motive, Korrekturen, Freigaben |
| Qualität sichern | Prüfung jeder Anzeige, Seite und Verpackung vor der Veröffentlichung |
Der Kern ist die Entscheidung. Ein Art Director beantwortet Fragen wie: Zeigen wir das Produkt freigestellt oder im Einsatz? Hell und ruhig oder dunkel und kontrastreich? Lachen die Menschen auf den Fotos, oder schauen sie ernst in die Kamera? Ohne diese Antworten entscheidet jeder Beteiligte für sich, und das sieht man.
Richtung über mehrere Medien kontrollieren
Apexor dokumentiert einen Gestaltungshandbuch mit Logo, Farbpalette, Typografie und Anwendungen vom Hoodie bis zum Instagram-Profil. Das zeigt, wie eine Richtung in Regeln übersetzt werden kann, statt jede Anwendung unabhängig zu entscheiden.
Für die Freigabe empfehlen wir denselben Inhalt in den wichtigsten Medien nebeneinanderzustellen. Die Frage lautet dann konkret: Wurde die vereinbarte Regel angewendet, und erfüllt die Anwendung ihre Aufgabe?
Art Director oder Grafikdesigner?
Die Berufe überschneiden sich, haben aber eigene Schwerpunkte.
-
Ein Grafikdesigner setzt einzelne Medien um: die Anzeige, den Flyer, die Social-Media-Grafik. Gute Designer arbeiten dabei mit hohem Anspruch an Detail und Handwerk.
-
Ein Art Director legt fest, wie all diese Medien zusammen aussehen sollen. Er gestaltet oft selbst, verbringt aber einen großen Teil seiner Zeit mit Briefings, Abstimmung und Prüfung.
In kleinen Projekten übernimmt eine Person beide Rollen. Wichtig ist nur, dass jemand die übergeordnete Entscheidung trifft.
Art Direction und Ausführung unterscheiden
| Aufgabe | Vorgeschlagene Zuständigkeit in der Aufgabenbeschreibung |
|---|---|
| Gestalterische Richtung | Regel und Referenzen freigeben |
| Fotografie | Licht, Aufnahme und Bildproduktion umsetzen |
| Gestaltung | Anwendungen und Dateien ausarbeiten |
| Entwicklung | Freigegebene Mechanik technisch umsetzen |
| Auftraggeber | Inhalt und Produktionsumfang bestätigen |
Die konkrete Rollenverteilung wird im Projekt vereinbart. Sie lässt sich nicht allein aus einer Berufsbezeichnung ableiten. Im Posh-Stink-Projekt sind Verpackung, Foto-Art-Direction und WebGL-Website als Liefergegenstände dokumentiert. ## Wann Sie einen Art Director brauchen
Einen Art Director brauchen Sie nicht für jede Aufgabe. Er lohnt sich, wenn:
-
mehrere Fotografen, Agenturen oder Freelancer an Ihrer Marke arbeiten
-
eine Kampagne über Anzeigen, Verpackung, Website und Social Media laufen soll
-
ein Fotoshooting ansteht und die Bilder jahrelang genutzt werden sollen
-
Ihre Kanäle einzeln gut aussehen, zusammen aber wie Auftritte verschiedener Firmen wirken
Steht die Linie Ihrer Marke bereits und soll nur ein einzelnes Medium entstehen, reicht oft ein Designer.
Ein Beispiel: eine Farbe pro Jahreszeit
Posh Stink ist ein Londoner Parfümhaus mit vier Düften. Die Art Direction hat jedem Duft eine Jahreszeit und eine Farbe zugeordnet. Diese Regel gilt überall: auf den Produktfotos, auf der Website und am Flakon. Ein Motiv in der Farbe des Herbstdufts gehört immer zum Herbstduft, egal wo es erscheint.
Die Regel ist einfach. Sie entsteht, wenn jemand sie festlegt und durchsetzt. Das ist Art Direction.
Aufgaben an einem konkreten System erklären
Posh Stink dokumentiert vier Düfte, einen gemeinsamen Flakon und vier Farbwelten: Vulkanrot, Papaya-Orange, Eisweiß und Regenwaldgrün. Die Art Direction verwendet je Duft eine flächige Farbe, die Produktaufnahme und Website verbindet.
Das Beispiel zeigt eine überprüfbare Regel. Es liefert keinen Nachweis über die Dauer der Foto-Produktion oder die Zahl der aufgenommenen Bilder.
Wie ein Art-Direction-Projekt abläuft
-
Gespräch und Analyse: Was soll die Marke ausstrahlen, wer soll sie sehen, wo erscheint sie?
-
Referenzsammlung: eine Sammlung von Bildern, Farben und Schriften, die die Richtung zeigt. Ein erstes Referenzsammlung sehen Sie bei uns in der Regel innerhalb von 48 Stunden nach dem Start.
-
Briefing und Aufnahmeliste: genaue Vorgaben für Fotografie oder Film.
-
Begleitung: Abstimmung mit dem Fotografen, vor Ort oder per Video.
-
Auswahl und Freigabe: welche Motive verwendet werden und wie.
Honorare für Fotografie, Models und Studio sowie Reisekosten sind im Preis der Art Direction nicht enthalten. Sie werden vorab gemeinsam geplant.
Mehr über unsere Arbeit in diesem Bereich steht auf der Seite Art Direction. Wie Art Direction mit Anzeigen zusammenhängt, zeigt die Seite Werbeanzeigen.
Eine Aufnahmeliste mit prüfbarer Aufgabe vorbereiten
Für die Produktion empfehlen wir je Motiv Produkt, Farbwelt, Blickwinkel, Hintergrund, Verwendung und benötigten Ausschnitt. Eine Shop-Karte und ein breites Titelbild können unterschiedliche Kompositionen benötigen. Die Aufnahmeliste wird vor dem Produktionstag freigegeben.
Posh Stink liefert dafür die vier dokumentierten Farbwelten. Eine tatsächlich verwendete Aufnahmeliste und ihre Bildanzahl liegen hier nicht vor. Der beschriebene Ablauf ist ein Arbeitsvorschlag, keine nachträglich erfundene Produktionsdokumentation.
Produktionskosten und Nutzungsrechte klären
Bei Alkeme Design wird Art Direction individuell nach dem vereinbarten Umfang angeboten. Ein Angebot sollte Konzept, Produktionsvorbereitung, Begleitung und Nachbearbeitung von Foto-, Modell-, Studio- und Materialkosten trennen.
UrhG §31 ist für die Einräumung der Nutzungsrechte relevant. Geplante Medien und Weitergaben werden deshalb vertraglich beschrieben. Eine Freigabe des Motivs beantwortet die Lizenzfrage nicht automatisch.
Ein verwertbares Ergebnis definieren
Als Übergabe empfehlen wir freigegebene Richtungsregeln, die tatsächlich vereinbarten Produktionsdateien und eine Zuordnung der Motive zu ihren Anwendungen. Offene Varianten und nicht freigegebene Entwürfe werden getrennt gekennzeichnet.
Posh Stink dokumentiert eine Anwendung der Farbregel in Produkt, Fotografie und Website. Welche weiteren Dateien und Freigabeprotokolle zu einem neuen Auftrag gehören, wird vorab vereinbart. Die allgemeine Wahl des Auftragnehmers behandelt Grafikdesigner-Freelancer.